Tel.: 06441 38 39 15
Informationen

Definition der Pflegebedürftigkeit

"Wer bei den gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens dauerhaft, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höherem Maße auf Hilfe angewiesen ist, gilt als pflegebedürftig. Die Feststellung der Pflegebedürftigkeit basiert auf vier Bereichen: Körperpflege, Ernährung, Mobilität und die hauswirtschaftliche Versorgung."

§ 14 des Sozialgesetzbuches XI

Leistungen der Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung übernimmt die Kosten für Hilfeleistungen, die bei einem Pflegebedürftigen erbracht werden. Hierzu zählen die Unterstützung bei den Verrichtungen des täglichen Lebens, die ganze oder teilweise Übernahme der Verrichtungen oder auch nur die Anleitung und Beaufsichtigung der pflegebedürftigen Person.

Der Pflegebedürftige oder sein gesetzlicher Betreuer können grundsätzlich frei entscheiden welche Leistungsart sie von der Pflegeversicherung beziehen möchten. Es wird unterschieden zwischen Sachleistung, Geldleistung und Kombinationsleistung.

Sachleistung: Die Pflege wird durch einen Pflegedienst erbracht, welcher direkt von der Pflegekasse bezahlt wird.

Geldleistung: Das Pflegegeld wird direkt an den Pflegebedürftigen ausgezahlt, wenn die Pflege von einer Pflegeperson seines Vertrauens erbracht wird.

Zur Sicherstellung der Pflegequalität muss bei Pflegestufe 1 und 2 einmal halbjährlich, bei Pflegestufe 3 einmal vierteljährlich ein Beratungseinsatz von einer professionellen Pflegeeinrichtung durchgeführt werden. Die Kosten dieses Einsatzes werden von der Pflegeversicherung getragen.


Kombinationsleistung:

Die Pflege wird durch einen Pflegedienst und durch eine private Pflegeperson erbracht. Der Pflegedienst wird von der Pflegekasse bezahlt und das restliche Pflegegeld wird anteilig an den Pflegebedürftigen ausgezahlt.


Pflegestufen

Bei Einordnung in eine Pflegestufe ergibt sich aus der Schwere der Pflegebedürftigkeit und dem Zeitaufwand für die Pflegeverrichtungen. Sie wird nach einem Pflegegutachten des MDK von der Pflegekasse festgelegt.


Pflegebedürftige der Pflegestufe 1 sind erheblich pflegebedürftig.

Sie benötigen mindestens einmal täglich Hilfe bei der Körperpflege, Ernährung oder Mobilität für wenigstens zwei Verrichtungen (bspw. Duschen und Hilfe bei Nahrungsaufnahme). Der tägliche Zeitaufwand beträgt 90 Minuten, davon müssen mindestens 46 Minuten auf die Grundpflege entfallen und 44 Minuten auf die Hauswirtschaft. Der hauswirtschaftliche Hilfebedarf muss nicht täglich erbracht werden und kann auf mehrere Male in der Woche verteilt werden.


Pflegebedürftige der Pflegestufe 2 sind schwer pflegebedürftig.

Sie benötigen mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten Hilfe. Der tägliche Zeitaufwand beträgt mindestens 3 Stunden, davon müssen mindestens 2 Stunden auf die Grundpflege entfallen und 1 Stunde auf die Hauswirtschaft. Der hauswirtschaftliche Hilfebedarf muss nicht täglich erbracht werden und kann auf mehrere Male in der Woche verteilt werden.


Pflegebedürftige der Pflegestufe 3 sind schwerstpflegebedürftig.

Sie benötigen täglich rund um die Uhr Hilfe, auch in der Nacht. Der tägliche Zeitaufwand beträgt mindestens 5 Stunden, davon müssen mindestens 4 Stunden auf die Grundpflege entfallen und 1 Stunde auf die Hauswirtschaft. Der hauswirtschaftliche Hilfebedarf muss nicht täglich erbracht werden und kann auf mehrere Male in der Woche verteilt werden.


Höhe der Pflegeleistungen

In dieser Übersicht finden Sie die monatlichen Höchstbeträge:

Pflegestufe 1: 244 Euro Pflegegeld | 468 Euro Pflegesachleistungen

Pflegestufe 2: 458 Euro Pflegegeld | 1144 Euro Pflegesachleistungen

Pflegestufe 3: 728 Euro Pflegegeld | 1612 Euro Pflegesachleistungen


Antragsverfahren im Überblick

- Antrag stellen auf Pflegeleistung bei der zuständigen Krankenkasse, entweder formlos per Post oder ein Formular anfordern und ausfüllen

- Pflegekasse beauftragt den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) mit der Einschätzung der Pflegebedürftigkeit

- während eines Begutachtungstermins beim Pflegebedürftigen überprüft ein MDK-Mitarbeiter die Voraussetzungen für Pflegeleistungen

- das Gutachten wird an die Pflegekasse weitergeleitet und diese stuft den Pflegebedürftigen in eine Pflegestufe ein

- in einem Bescheid der Pflegeversicherung wird dem Pflegebedürftigen das Ergebnis der Einstufung mitgeteilt


Wichtig:

Antragsdatum ist maßgebend - die Pflegekasse leistet immer ab dem Datum der Antragstellung!